Mensch-Hund-Team für tiergestützte Intervention

Mensch-Hund-Team für tiergestützte Intervention

Ausbildung „Mensch-Hund-Team für tiergestützte Interventionen“ erfolgreich abgeschlossen

Zum Jahreswechsel endete die aktuelle Ausbildung zum „Mensch-Hund-Team für tiergestützte Interventionen“ – ein bedeutender Meilenstein für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie ihre vierbeinigen Partner.

Die sechsmonatige Qualifizierung ist von der ISAAT akkreditiert und von der AASI zertifiziert – zwei international anerkannten Fachorganisationen, die höchste Qualitätsstandards in der tiergestützten Arbeit garantieren. Entsprechend anspruchsvoll gestaltet sich die Ausbildung, in der sowohl theoretische Grundlagen als auch umfangreiche praktische Einheiten vermittelt werden.

Die angehenden Mensch-Hund-Teams erlernen unter anderem: • Grundlagen der Tiergestützten Intervention (TGI) • Ethologie, Stresssignale und Wohlbefinden des Hundes • Hygiene- und Sicherheitskonzepte • Methodik für Einsätze in Schulen, Pflegeeinrichtungen, Kliniken und sozialen Einrichtungen • Praxisübungen zur Teamarbeit, Kommunikation und Einsatzplanung

Ziel der Ausbildung ist es, Menschen in pädagogischen, therapeutischen oder sozialen Kontexten mithilfe gut ausgebildeter Hunde zu unterstützen – sei es bei der Förderung motorischer Fähigkeiten, der Stärkung emotionaler Kompetenzen oder der Aktivierung älterer Menschen.

Am Abschlusstag präsentieren die frisch zertifizierten Teams ihr erworbenes Wissen und ihre praktische Einsatzfähigkeit. Für viele von ihnen beginnt nun der Einstieg in eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die Mensch und Hund gleichermaßen fordert wie bereichert.

Das Mentoren- und Dozententeam zeigen sich stolz auf die hohe Motivation und Professionalität der diesjährigen Absolventinnen und Absolventen. Auch die beteiligten Hunde glänzten mit bemerkenswerter Arbeitsfreude und Gelassenheit.

Mit dem Abschluss der Ausbildung wird die Region um eine Gruppe qualifizierter Mensch-Hund-Teams bereichert, die künftig wertvolle Arbeit in der tiergestützten Intervention leisten werden.

Folgende Teams haben die Ausbildung erfolgreich beendet: Ulrike Bauer-Trolp (Lichtenfels), Kia Breuer (Nürnberg), Andrea Rexhäuser (Steinach/Thür.), Jasmin Prang (Meiningen), Natalia Bauer (Lichtenfels), Christiane Geiger (Schalkau), Eva Konrad (Kronach), Karin Brem (Marktleuthen), Daniela Schindler (Thierstein), Kerstin Niermann (Weidach), Eva Bayer (Kronach) und Marina Pompe (Kronach).

Von Grasfressen bis Schlammwälzen

Von Grasfressen bis Schlammwälzen:

In der langen Zeit, die Hunde und Menschen schon zusammenleben, haben sich die meisten Menschen ein gewisses Grundverständnis für das Verhalten der Tiere angeeignet. Manchmal kommt aber doch Unsicherheit auf: Ist es normal, dass der Hund Gras frisst oder sich im Schlamm wälzt? Ab wann sollte das untersucht werden? Und was kann ich als Halter dagegen tun?

Wann verhält sich ein Hund normal und wann ist sein Verhalten auffällig? Tierärztin Dr. Daphne Ketter, Inhaberin der Tierarztpraxis für Verhaltensmedizin „Tierverhalten München“, sagt: „Wenn wir uns diese Frage stellen, denken wir oft an Verhaltensweisen, die zum Normalverhalten gehören, aber für uns Menschen ein Problem darstellen. Je nach Erfahrungen und Rasse zeigen Hunde etwa ein mehr oder weniger ausgeprägtes Jagdverhalten und müssen entsprechend kontrolliert werden oder sie zeigen in anderen Situationen zum Beispiel laut bellend, dass sie Angst haben. Auch aggressives Verhalten gehört zum Normalverhalten des Hundes und dient der Kommunikation. Aggressivität und ‚Gefährlichkeit‘ sind jedoch nicht gleichzusetzen. Das Hund-Halter-Team spielt bei der Beurteilung der Gefährlichkeit eine bedeutende Rolle.“ Bedenken sollte man zudem immer, dass Hunde sich auch bei verschiedenen Personen unterschiedlich verhalten können. Während der Vierbeiner sich an der einen Person orientiert, bekommt oder nutzt er bei der anderen vielleicht mehr Freiheiten.

Dem gegenüber verortet die Expertin krankhafte Störungen, die unbedingt untersucht werden sollten: „Dann ist ein Hund so beeinträchtigt, dass er kein Normalverhalten mehr in bestimmten Situationen zeigt. Sehr bekannt ist das zwanghafte Schwanzjagen, was viele leider als lustig wahrnehmen, oder aber beispielsweise eine generalisierte Angststörung. Dann ist das Tier eventuell gar nicht mehr abrufbar und weigert sich mitunter sogar, vor die Tür zu gehen.“

Warum genau Hunde sich so gerne in Schlamm oder stinkenden Überresten und Hinterlassenschaften anderer Tiere wälzen, ist noch nicht endgültig geklärt. „Man kann da bisher wirklich nur von verschiedenen Meinungen sprechen. Sich in etwas Starkriechendem zu wälzen, könnte bedeuten, dass die Hunde den eigenen Geruch übertünchen wollen, damit sie nicht von ihrer etwaigen Beute wahrgenommen werden. Die Forscherin Pat Goodman hat unter anderem das Geruchswälzen bei Wölfen untersucht und ist der Meinung, dass es dazu dienen könnte, Informationen über die Umgebung auf diese Art dem Rudel mitzuteilen“, erklärt Dr. Ketter. Weitere Erklärungsansätze wären, damit einen Juckreiz zu lindern oder schlicht und einfach Spaß, sich in etwas herumzurollen.

Das Verhalten ist also nicht ungewöhnlich – durch den Schmutz und den unangenehmen Geruch wollen es viele Halter dennoch vermeiden. Am einfachsten ist das, indem man für die Gassirunde Wege wählt, die wenig Chancen zum Wälzen bieten oder indem der Hund über Leine oder Rückruf kontrolliert wird. Hat er sich doch einmal in einer Pfütze ausgetobt, sollten Halter das Fell vorsichtig mit geeigneten Mitteln reinigen. Besonders Schlamm, der schon verhärtet ist, sollte dabei eingeweicht und behutsam entfernt werden.

Hier gilt ebenfalls: Warum genau Hunde Gras fressen, ist noch nicht eindeutig beantwortet. Die einen vermuten darin eine Möglichkeit, etwas Wasser aufzunehmen, andere eine Unterstützung bei der Verdauung. Es kann auch als Schutz vor Fremdkörpern dienen, weil es den Hunden hilft, sich zu erbrechen.

„Wenn ein Hund mal ein bisschen Gras frisst, ist das also nicht schlimm. Wenn es aber sehr viel wird oder er sogar fordert, extra dafür in den Garten gelassen zu werden, dann sollte man das unbedingt untersuchen lassen. Das kann sowohl etwas Organisches sein, wenn zum Beispiel ein Fremdkörper verschluckt wurde, oder aber psychische Gründe haben“, sagt die Tierverhaltensmedizinerin.

Obwohl dieses Verhalten grundsätzlich nicht schädlich ist, sollten Halter auf ein paar Dinge achten. Beispielsweise sollte der Hund regelmäßig entwurmt werden. Und man sollte bei der Gassirunde Wiesen und Äcker vermeiden, auf denen Pestizide eingesetzt werden oder für den Hund giftige Pflanzen wachsen.

„Auch Knurren wird immer wieder mal falsch eingeschätzt. Das sollte man unter keinen Umständen versuchen abzutrainieren, weil es ein wichtiges Kommunikationsmittel für den Hund ist“, erklärt Dr. Ketter. Knurrt ein Hund allerdings nicht nur in einer einzelnen Situation, sondern ist dies an der Tagesordnung, sollten sich Halter Unterstützung bei Verhaltensspezialisten oder Hundetrainern suchen, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Das sind natürlich nur einige wenige Beispiele für Verhaltensweisen, welche Hundebesitzer nicht immer sicher einschätzen können. Grundsätzlich gilt: Wenn beim eigenen Hund ein auf den ersten Blick merkwürdiges Verhalten auffällt, das er bisher nicht gezeigt hat, dann kann man das immer auch beim nächsten Tierarztbesuch ansprechen und eine Experteneinschätzung einholen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Übersichten zu Hundeschulen und Verhaltensberatungen. Eine solche Übersicht bietet unter anderem etwa der BHV – Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V. auf seiner Website. IVH