Zivile Leichensuche im Unglücksfall

Zivile Leichensuche im Unglücksfall

Zivile Leichensuche im Unglücksfall: Zwischen Menschlichkeit und professioneller Distanz

Wenn Naturgewalten zuschlagen oder technische Katastrophen geschehen, richtet sich die öffentliche Aufmerksamkeit zumeist auf die Rettung Überlebender. Weniger sichtbar, aber ebenso bedeutsam ist die würdige Bergung der Verstorbenen. Die zivile Leichensuche im Rahmen der Unglücks- und Katastrophenhilfe ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die technisches Können, psychische Stabilität und tiefes ethisches Bewusstsein vereint. In diesem Feld spielen speziell ausgebildete Leichenspürhunde eine unersetzliche Rolle.

Die Besonderheit der zivilen Leichensuche

Anders als in der Forensik oder bei polizeilichen Ermittlungen geht es bei der zivilen Katastrophenhilfe nicht um die Aufklärung von Straftaten, sondern um die systematische Suche nach Verstorbenen nach Naturkatastrophen, Großunglücken wie Zugentgleisungen oder Gebäudeeinstürzen, aber auch nach Überschwemmungen oder Bränden. Die Herausforderung liegt in der oft unstrukturierten Umgebung, der Größe des Suchgebiets und der Notwendigkeit, schnell und dennoch gründlich zu arbeiten. Für die Angehörigen bedeutet jede geborgene Person einen Schritt zur Gewissheit und damit zur Trauerarbeit. Für die Helfer ist es eine emotional belastende, aber notwendige Arbeit im Spannungsfeld zwischen Effizienz und Pietät.

Ausbildung von Leichenspürhunden: Ein hochspezialisierter Prozess

Die Ausbildung eines Leichenspürhundes unterscheidet sich grundlegend von der eines Rettungshundes. Während letzterer auf Lebendgeruch trainiert wird, muss der Leichenspürhund die flüchtigen organischen Verbindungen erkennen, die bei der Zersetzung menschlichen Gewebes entstehen. Dazu gehören Putrescin, Cadaverin und andere biogene Amine. Die Ausbildung beginnt mit positiv konditionierten Geruchsquellen: synthetischen Trainingshilfen, später echten Gewebeproben, die ethisch einwandfrei gewonnen wurden.

Ein ausgebildeter Leichenspürhund kann Leichengeruch über mehrere Meter Bodenbedeckung hinweg orten, unter Trümmerschichten, in aufgestautem Wasser oder in luftigen Hohlräumen. Die Hunde arbeiten dabei nicht visuell, sondern rein olfaktorisch – sie erspüren buchstäblich, was das menschliche Auge nicht sehen kann. Die Ausbildung dauert je nach Rasse und Eignung zwischen 18 und 24 Monaten und umfasst auch die Unterscheidbarkeit von Tierleichen sowie die Standfestigkeit gegenüber Ablenkungen.

Einsatzszenarien und Zusammenarbeit mit dem Menschen

Im Katastrophenfall arbeitet der Hundeführer als Team mit seinem Tier. Während der Hund die Spurensuche übernimmt, beobachtet der Führer die Verhaltensänderungen des Hundes: ein verstärktes Schnüffeln, ein plötzliches Innehalten, ein vorsichtiges Zurückweichen oder das typische „Anzeigen“ durch Ablegen oder Bellen. Der Führer muss die Signale seines Hundes präzise deuten können – Fehlalarme sind selten, aber möglich, etwa bei starken Verwesungsgerüchen von Tierkadavern.

Die praktische Suche folgt einem Rastersystem. Das Team durchkämmt das Unglücksgebiet systematisch, oft über Stunden hinweg. Bei Gebäudeeinstürzen werden die Hunde in speziellen Geschirren auch über Schutthügel geführt. Nach einer Flutkatastrophe können sie von Booten aus Uferzonen absuchen. Die körperliche Belastung für Hund und Mensch ist enorm – sie arbeiten oft bei Hitze, Kälte, Nässe und in gefährlicher Umgebung.

Psychologische und ethische Dimensionen

Der Einsatz von Leichenspürhunden ist nicht nur eine technische, sondern auch eine zutiefst menschliche Angelegenheit. Die Hunde selbst scheinen zu begreifen, dass sie keine Lebenden mehr suchen. Viele Hundeführer berichten von einer spürbaren Verhaltensänderung ihrer Tiere bei Leichenfunden: weniger aufgeregtes Bellen, eher ein stilles Verharren. Ob dies tatsächlich ein Verständnis des Todes ist oder nur eine Reaktion auf die fehlende Rückmeldung des „Spielzeugs“ – die Erfahrung bleibt ergreifend.

Für die Hundeführer selbst ist die Arbeit eine psychische Herausforderung. Sie sind regelmäßig mit dem Tod konfrontiert, mit verstümmelten Körpern, mit der Tragödie von Kindern und alten Menschen. Seriöse Hilfsorganisationen bieten daher obligatorische Nachbesprechungen und psychosoziale Unterstützung an. Zugleich empfinden viele Hundeführer ihre Tätigkeit als tiefe Erfüllung: Sie geben den Toten ein Gesicht zurück und den Angehörigen eine letzte Gewissheit.

Grenzen und Zukunftsperspektiven

Trotz ihrer beeindruckenden Fähigkeiten haben Leichenspürhunde Grenzen. Extreme Hitze oder Kälte beeinträchtigen ihre Geruchswahrnehmung, starke Fremdgerüche wie Chemikalien oder Brandrückstände können die Suche erschweren. Zudem können Hunde nicht rund um die Uhr arbeiten – ihre Konzentrationsspanne liegt bei etwa 30 bis 45 Minuten, bevor sie Pausen brauchen.

Die Forschung arbeitet daher an technischen Ergänzungen, etwa elektronischen Nasen oder Bodenradaren. Doch bisher übertrifft kein Gerät die Sensitivität und vor allem die Mobilität und Entscheidungsfähigkeit eines ausgebildeten Hundes. Die Zukunft liegt in der Hybridlösung: Hunde als erste, schnelle Suchkomponente, ergänzt durch technische Verifikation.

Schlussgedanke

Die zivile Leichensuche mit Hunden ist ein stiller, oft übersehener Dienst am Nächsten. In einer Welt, die den Tod gerne ausblendet, stellen sich diese Teams dem Unfassbaren – nicht aus Sensationslust, sondern aus Pflichtgefühl und Menschlichkeit. Sie erinnern uns daran, dass Katastrophenhilfe nicht endet, wenn die letzten Lebenden gerettet sind. Sie endet, wenn jeder Vermisste gefunden ist, wenn jede Familie Gewissheit hat, wenn die Würde des Menschen bis zuletzt gewahrt bleibt. Der Leichenspürhund, dieses erstaunliche Geschöpf mit seiner empfindlichen Nase und seinem unbeirrbaren Willen zu gefallen, ist dabei mehr als ein Werkzeug. Er ist ein stiller Zeuge unserer Verantwortung für die Toten – und damit für uns selbst. (©️bu)

Teambuilding für Kind und Hund

Teambuilding für Kind und Hund: Wie die jüngsten Familienmitglieder sich aneinander gewöhnen

Es ist eine Traumvorstellung vieler Eltern: Hund und Kind bilden ein vertrautes Team und meistern den Alltag gemeinsam. Grundlegende Voraussetzung dafür ist, dass der Kontakt zwischen Vier- und Zweibeiner pädagogisch begleitet wird. Denn Hunde finden so manche kindliche Annäherung übergriffig – und Kinder müssen erst lernen, die feinen Signale ihres Gegenübers zu verstehen. Mit guter Planung, klaren Regeln und viel Geduld kann aber eine Beziehung entstehen, die ein Tierleben lang hält.

Das eingespielte Duo aus Kind und Hund entsteht nicht über Nacht, sondern entwickelt sich mit jeder positiven gemeinsamen Erfahrung. Die Erwachsenen haben dabei die Verantwortung, beide Seiten zu schützen und anzuleiten. Diese Mühe wird sich langfristig lohnen: „Kinder lernen durch Hunde Rücksichtnahme und Empathie“, sagt Dr. Barbara Schöning, Erste Vorsitzende der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und -therapie e. V. (GTVMT). „Und Hunde profitieren von klaren Strukturen und die meisten genießen Aufmerksamkeit – eine echte Win-win-Situation.“

Tipp 1: Guten Umgang mit Hunden vorleben

Wenn Kinder einen Hund streicheln möchten, sollten Erwachsene die Situation aktiv begleiten – egal, ob es sich um den eigenen Familienhund oder ein Tier handelt, das man unterwegs trifft. Die Erwachsenen müssen darauf achten, dass beide in einem sicheren Umfeld sind. Wichtig ist, dass der Hund jederzeit ausweichen kann und nicht festgehalten oder bedrängt wird. Kinder lernen das am besten durch Vorleben: Ruhige Bewegungen, leise Stimmen und ein respektvoller Abstand geben dem Hund Sicherheit. Idealerweise nähert man sich seitlich und lässt den Vierbeiner entscheiden, ob er Kontakt aufnehmen möchte. „Ein Hund sollte niemals zum Kontakt gezwungen werden – weder durch Erwachsene noch durch Kinder“, betont auch Dr. Schöning. „Freiwilligkeit und Respekt für individuelle Grenzen sind die Grundlagen für Vertrauen.“

Tipp 2: Klare Regeln aufstellen, die Kinder umsetzen können

Kinder profitieren von einfachen Anleitungen, die sie über einige Wiederholungen lernen und verinnerlichen. Dazu gehört zum Beispiel, den Hund erst zu fragen, ob er gerade Kontakt möchte. Das kann verbal funktionieren, oder auch still und leise, indem man ruhig die Hand hinhält. Zudem sollte das Kind lernen, den Hund seitlich an Schulter oder Brust zu streicheln und nicht von oben über den Kopf zu greifen. Ist der Vierbeiner gerade beim Fressen, Schlafen oder zieht sich zurück, sollte er in Ruhe gelassen werden.

Regeln wie diese helfen nicht nur den Kindern zu lernen, wie sie Verantwortung für ihr Handeln übernehmen können, sondern geben dem Hund auch Orientierung im Alltag.

Tipp 3: Hundesprache für das Kind übersetzen

Hunde kommunizieren überwiegend über Körpersprache – und diese sollten Kinder lesen lernen. „Fühlt der Hund sich wohl, zeigt sich das etwa durch eine lockere Körperhaltung, entspannte Gesichtszüge und eventuell leichtes Wedeln mit der Rute. Bleibt er freiwillig in der Nähe oder sucht sogar selbst Kontakt, ist das ebenfalls ein gutes Zeichen“, erklärt die Expertin.

Stress und Unbehagen zeigen sich dagegen subtiler. „Mal wendet der Hund den Kopf ab, wirkt angespannt oder leckt sich häufig über die Schnauze. Aber auch scheinbar entspannte Gesten wie auffälliges Gähnen können ein Stresssignal sein. Entscheidend ist immer, die gesamte Körpersprache zu beachten, um die Situation einzuordnen“, sagt Dr. Schöning. Klare Stoppsignale sind beispielsweise ein eingezogener Schwanz oder wenn der Hund versucht, sich aus der Situation zurückzuziehen. Auch gut sozialisierte Hunde brauchen ihre Pausen und Rückzugsorte, die für Kinder tabu sind.

Tipp 4: Hunde behutsam an Kinderhände gewöhnen

Kinder müssen das richtige Streicheln erst lernen. Insbesondere Babys und Kleinkinder berühren oft unkoordiniert, greifen also zu fest zu oder bewegen sich ruckartig. Um Hunde darauf vorzubereiten, empfiehlt sich ein schrittweises Training in ruhiger Umgebung. Kurze Übungseinheiten helfen, Vertrauen aufzubauen. So können Erwachsene zum Beispiel selbst zunächst sanftere und dann etwas ungeschicktere Berührungen simulieren und den Hund dafür belohnen, wenn er ruhig bleibt.

Hilfreich ist zudem, Berührungen durch das Kind mit Positivem zu verknüpfen, etwa einem Leckerli oder ruhigen, freundlichen Worten. Dabei sollte man aber darauf achten, dass der Hund zum Beispiel durch das Leckerli nicht zu hektisch und aufgeregt wird. So lernt er, dass Nähe zu Kindern nichts Bedrohliches ist. IVH

Zecken? Ganzjährig ein Thema!

Zecken? Ganzjährig ein Thema!

Zecken? Ganzjährig ein Thema!

ots - Ob Joggingrunde oder Spaziergang mit dem Hund im Februar, im Sommer oder im Spätherbst: Zecken machen längst keine Winterpause mehr. Genau deshalb gilt heute mehr denn je: Konsequente Zeckenprophylaxe aus der Tierarztpraxis und tägliches Absuchen der Tiere gehören zur festen Routine. Wer hier frühzeitig handelt, schützt seinen Hund nicht nur vor lästigen Stichen, sondern reduziert auch das Risiko schwerer, teils lebensbedrohlicher Erkrankungen wie der Babesiose.

Milde Winter und lange Übergangszeiten sorgen dafür, dass Zecken heutzutage ganzjährig aktiv sind, bereits ab etwa +7 °C - manche Arten sogar bei Frost. Besonders die kältetolerante Auwald- oder Wiesenzecke breitet sich seit Jahren stark aus und ist inzwischen in vielen Regionen Deutschlands nachgewiesen, auch im Norden. Mit ihr steigt das Risiko für Babesiose, eine durch Blutparasiten (Babesien) ausgelöste Erkrankung, die früher als klassische Reiseerkrankung galt und heute als in Deutschland heimisch gilt.

Umso wichtiger ist ein wirksamer Zeckenschutz, der Zecken bereits vor dem Stich fernhält oder nach dem Anheften schnell und sicher abtötet, bevor die Erreger übertragen werden. Unbehandelt kann Babesiose zu Fieber, Blutarmut, Mattigkeit und schweren Organschäden führen. Eine frühe Diagnostik in der Tierarztpraxis verbessert die Heilungschancen deutlich.

Für den Zeckenschutz stehen verschiedene Präparate zur Verfügung - etwa Spot-ons, Halsbänder, Tabletten oder Injektionen. Die Wirkdauer reicht von einigen Wochen bis zu einem Jahr. Entscheidend ist, das passende Produkt gemeinsam mit der Tierärztin oder dem Tierarzt auszuwählen und es regelmäßig anzuwenden. Die meisten Mittel schützen zusätzlich auch vor Flöhen, was besonders für aktive Tiere ein Plus ist.

Trotz Zecken-Prophylaxe sollte der Hund täglich kontrolliert werden - besonders an Kopf, Ohren, Hals, Achseln, Bauch, Leisten und zwischen den Zehen. Wird eine Zecke entdeckt, gilt: schnell und korrekt entfernen, nicht quetschen oder drehen und die Stelle desinfizieren. Zeigt das Tier Fieber, Mattigkeit oder Lahmheit, ist eine tierärztliche Abklärung wichtig.

Zecken sind ein ganzjähriges Risiko. Wer auf tierärztlich empfohlene Prophylaxe setzt und sein Tier regelmäßig absucht, schützt aktiv vor Babesiose und anderen zeckenübertragenen Erkrankungen.

(Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.)

Der Gassi-Knigge

Gassi-Knigge: Verhaltenstipps für die Begegnung mit fremden Hunden

Wenn sich zwei Hundehalter auf den Gassirunden mit ihren Vierbeinern begegnen und diese ihr Gegenüber noch nicht kennen, ist erhöhte Aufmerksamkeit gefragt: Dürfen sich die Hunde beschnuppern und begrüßen? Was ist, wenn nur einer an der Leine ist? Was bedeutet es, wenn einer der Hunde eine gelbe Schleife trägt? Für einen respektvollen Umgang miteinander gibt es ein paar Grundregeln, wie sich Hundehalter verhalten sollten.

Rücksichtnahme, Aufmerksamkeit und ein freundlicher Umgang – das sind ein paar der Grundprinzipien, mit denen Menschen gut mit anderen Menschen auskommen. Hundehalter haben darüber hinaus die Verantwortung für ihren Vierbeiner. Gerade wenn sich zwei Halter mit ihren Hunden begegnen und noch nicht kennen, ist unklar, ob die Tiere sich verstehen werden. Hundetrainerin und Autorin mehrerer Bücher zur Hundeerziehung Sabine Winkler weiß, welche Grundsätze man in dieser Situation beachten sollte.

Wie verhalte ich mich, wenn der andere Hund angeleint ist? „Wenn der andere Hund angeleint ist oder sein Besitzer ihn offensichtlich zu sich ruft und bei sich behält, dann sollte ich mit meinem Hund genauso verfahren“, erklärt die Hundetrainerin. „In dem Fall sollten Halter ihren Hund also immer zu sich rufen und kontrollieren, zum Beispiel durch anleinen. Dann kann man gegebenenfalls fragen, ob ein Kontakt okay ist.“ Der eigene Hund sollte demnach also nicht eigenständig herumlaufen oder gar auf den anderen zustürmen. Und Kontakt sollte niemals ungefragt gesucht werden.

Für das Ansprechen des anderen Halters hat Winkler noch einen zusätzlichen Tipp: „Wünsche sollte man selbst immer freundlich in Ich-Botschaften äußern, also klarmachen, was man für sich selbst nicht möchte. Deswegen sagt man besser ‚Bitte lassen Sie Ihren Hund nicht an meinen ran‘ anstatt dem Gegenüber etwas vorzuschreiben wie ‚Nehmen Sie Ihren Hund an die Leine!‘“

Ein weiterer Grundsatz ist für die Trainerin, die Wünsche des anderen Hundehalters zu respektieren, wenn der zum Beispiel keinen Kontakt wünscht: „Das kann viele Gründe haben: Er will mit seinem Hund trainieren, der Hund ist krank, alt oder etwa taub oder blind. Vielleicht verträgt er sich auch nicht mit Artgenossen, wird etwa aggressiv oder hat Angst.“

In dem Fall bringt es nichts, einen Kontakt doch irgendwie zu erzwingen oder sein Gegenüber zu belehren. Stattdessen sollte man dann ein paar Meter Abstand halten und weitergehen. „Empfehlenswert ist es, den Blickkontakt des eigenen Hundes dabei zu steuern, etwa mit Leckerchen oder indem man ihn anspricht. Wenn Hunde sich gegenseitig anstarren, kann das schnell als Drohung aufgefasst werden. Weggucken gilt unter Hunden dagegen eher als höflich und deeskalierend“, ergänzt die Expertin.

Die ersten Anzeichen, wenn kein Kontakt gewünscht ist, sind hin und wieder bereits von Weitem zu erkennen, bevor man überhaupt in Sprechreichweite zum Fragen ist. Viele Halter wechseln dann schon frühzeitig die Straßenseite oder versuchen anderweitig auszuweichen. Zudem sollen etwa Erkennungszeichen etabliert werden, die den Wunsch auf Abstand schon auf Distanz vermitteln sollen, beispielsweise über eine Schleife an Halsband, Geschirr oder Leine des Hundes.

Wohl am prominentesten wurde 2012 in Schweden das Gulahund Yellowdog Program gestartet, das mittlerweile in über zehn Ländern verbreitet ist. Eine gelbe Schleife an der Leine oder ein gelbes Halstuch signalisieren dabei schon auf Blickdistanz, dass Abstand gewünscht wird. „Die Gründe für dieses Signal sind recht vielfältig. Es kann sich um ängstliche, unsichere oder traumatisierte Hunde, beispielsweise aus dem Tierschutz handeln. Vielleicht ist der Hund auch krank, in Reha oder frisch operiert“, beschreibt Ramona Noack die individuellen Gründe. Sie ist Vorsitzende des Vereins Gelber Hund und Freunde e.V., dem deutschen Ableger des Gulahund-Programms. Da aber längst nicht alle Menschen und auch nicht alle Hundehalter über die Bedeutung der gelben Schleifen Bescheid wissen, sollte man im Zweifel immer höflich darauf hinweisen, dass man für seinen Hund gerade keinen Kontakt wünscht, wenn sich doch jemand nähert. Mehr Informationen zu Hintergründen und Geschichte des Programms finden Interessierte auf www.gulahund.de. IVH

Von Grasfressen bis Schlammwälzen

Von Grasfressen bis Schlammwälzen:

In der langen Zeit, die Hunde und Menschen schon zusammenleben, haben sich die meisten Menschen ein gewisses Grundverständnis für das Verhalten der Tiere angeeignet. Manchmal kommt aber doch Unsicherheit auf: Ist es normal, dass der Hund Gras frisst oder sich im Schlamm wälzt? Ab wann sollte das untersucht werden? Und was kann ich als Halter dagegen tun?

Wann verhält sich ein Hund normal und wann ist sein Verhalten auffällig? Tierärztin Dr. Daphne Ketter, Inhaberin der Tierarztpraxis für Verhaltensmedizin „Tierverhalten München“, sagt: „Wenn wir uns diese Frage stellen, denken wir oft an Verhaltensweisen, die zum Normalverhalten gehören, aber für uns Menschen ein Problem darstellen. Je nach Erfahrungen und Rasse zeigen Hunde etwa ein mehr oder weniger ausgeprägtes Jagdverhalten und müssen entsprechend kontrolliert werden oder sie zeigen in anderen Situationen zum Beispiel laut bellend, dass sie Angst haben. Auch aggressives Verhalten gehört zum Normalverhalten des Hundes und dient der Kommunikation. Aggressivität und ‚Gefährlichkeit‘ sind jedoch nicht gleichzusetzen. Das Hund-Halter-Team spielt bei der Beurteilung der Gefährlichkeit eine bedeutende Rolle.“ Bedenken sollte man zudem immer, dass Hunde sich auch bei verschiedenen Personen unterschiedlich verhalten können. Während der Vierbeiner sich an der einen Person orientiert, bekommt oder nutzt er bei der anderen vielleicht mehr Freiheiten.

Dem gegenüber verortet die Expertin krankhafte Störungen, die unbedingt untersucht werden sollten: „Dann ist ein Hund so beeinträchtigt, dass er kein Normalverhalten mehr in bestimmten Situationen zeigt. Sehr bekannt ist das zwanghafte Schwanzjagen, was viele leider als lustig wahrnehmen, oder aber beispielsweise eine generalisierte Angststörung. Dann ist das Tier eventuell gar nicht mehr abrufbar und weigert sich mitunter sogar, vor die Tür zu gehen.“

Warum genau Hunde sich so gerne in Schlamm oder stinkenden Überresten und Hinterlassenschaften anderer Tiere wälzen, ist noch nicht endgültig geklärt. „Man kann da bisher wirklich nur von verschiedenen Meinungen sprechen. Sich in etwas Starkriechendem zu wälzen, könnte bedeuten, dass die Hunde den eigenen Geruch übertünchen wollen, damit sie nicht von ihrer etwaigen Beute wahrgenommen werden. Die Forscherin Pat Goodman hat unter anderem das Geruchswälzen bei Wölfen untersucht und ist der Meinung, dass es dazu dienen könnte, Informationen über die Umgebung auf diese Art dem Rudel mitzuteilen“, erklärt Dr. Ketter. Weitere Erklärungsansätze wären, damit einen Juckreiz zu lindern oder schlicht und einfach Spaß, sich in etwas herumzurollen.

Das Verhalten ist also nicht ungewöhnlich – durch den Schmutz und den unangenehmen Geruch wollen es viele Halter dennoch vermeiden. Am einfachsten ist das, indem man für die Gassirunde Wege wählt, die wenig Chancen zum Wälzen bieten oder indem der Hund über Leine oder Rückruf kontrolliert wird. Hat er sich doch einmal in einer Pfütze ausgetobt, sollten Halter das Fell vorsichtig mit geeigneten Mitteln reinigen. Besonders Schlamm, der schon verhärtet ist, sollte dabei eingeweicht und behutsam entfernt werden.

Hier gilt ebenfalls: Warum genau Hunde Gras fressen, ist noch nicht eindeutig beantwortet. Die einen vermuten darin eine Möglichkeit, etwas Wasser aufzunehmen, andere eine Unterstützung bei der Verdauung. Es kann auch als Schutz vor Fremdkörpern dienen, weil es den Hunden hilft, sich zu erbrechen.

„Wenn ein Hund mal ein bisschen Gras frisst, ist das also nicht schlimm. Wenn es aber sehr viel wird oder er sogar fordert, extra dafür in den Garten gelassen zu werden, dann sollte man das unbedingt untersuchen lassen. Das kann sowohl etwas Organisches sein, wenn zum Beispiel ein Fremdkörper verschluckt wurde, oder aber psychische Gründe haben“, sagt die Tierverhaltensmedizinerin.

Obwohl dieses Verhalten grundsätzlich nicht schädlich ist, sollten Halter auf ein paar Dinge achten. Beispielsweise sollte der Hund regelmäßig entwurmt werden. Und man sollte bei der Gassirunde Wiesen und Äcker vermeiden, auf denen Pestizide eingesetzt werden oder für den Hund giftige Pflanzen wachsen.

„Auch Knurren wird immer wieder mal falsch eingeschätzt. Das sollte man unter keinen Umständen versuchen abzutrainieren, weil es ein wichtiges Kommunikationsmittel für den Hund ist“, erklärt Dr. Ketter. Knurrt ein Hund allerdings nicht nur in einer einzelnen Situation, sondern ist dies an der Tagesordnung, sollten sich Halter Unterstützung bei Verhaltensspezialisten oder Hundetrainern suchen, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Das sind natürlich nur einige wenige Beispiele für Verhaltensweisen, welche Hundebesitzer nicht immer sicher einschätzen können. Grundsätzlich gilt: Wenn beim eigenen Hund ein auf den ersten Blick merkwürdiges Verhalten auffällt, das er bisher nicht gezeigt hat, dann kann man das immer auch beim nächsten Tierarztbesuch ansprechen und eine Experteneinschätzung einholen. Darüber hinaus gibt es verschiedene Übersichten zu Hundeschulen und Verhaltensberatungen. Eine solche Übersicht bietet unter anderem etwa der BHV – Berufsverband der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V. auf seiner Website. IVH

Ziemlich beste Freunde

Mensch und Tier: Ziemlich beste Freunde, nicht nur zu Weihnachten

Wenn draußen die Winterkälte herrscht, sorgt das Schnurren einer Katze oder das Kuscheln mit dem Hund für innere Wärme. Hunde und Katzen sind nicht nur treue Begleiter im Alltag, sondern schenken gerade in der grauen Jahreszeit und auch an den Feiertagen besondere Momente der Freude und des Trostes. Positive Effekte auf körperliche und mentale Gesundheit sind vielfach belegt.

Studien zeigen: Streicheln senkt Stress und Herzfrequenz. Das Spielen mit Hund oder Katze und Spaziergänge mit dem Hund bringen Bewegung und Struktur in die Feiertage. Das Zusammensein mit Tieren fördert die Ausschüttung von Oxytocin - dem Hormon der Verbundenheit, das Gefühle von Nähe auslöst und Stress und Ängste abbaut.

Gerade für ältere Menschen oder Alleinlebende sind Haustiere in der grauen Jahreszeit und auch zu Weihnachten ein wertvoller sozialer Anker. Sie schenken Routine, Gesellschaft und das Gefühl, gebraucht zu werden. Katzen und Hunde mit ihrem ruhigen Verhalten und aktiven Aufforderung nach Aufmerksamkeit tragen dazu bei, dass die Feiertage nicht von Einsamkeit, sondern von Wärme geprägt sind.

Bürohunde begleiten ihren Menschen auch im Alltag und tragen nachweislich zur Verringerung von Stress und Verbesserung des Arbeitsklimas bei. Therapie- und Besuchshunde sowie Tiere in Krisenteams zeigen, dass die positiven Wirkungen weit über den privaten Kontakt hinausgehen.

Eine gute Beziehung funktioniert jedoch nur, wenn beide Seiten davon profitieren. Die Fürsorge für das Tier ist elementarer Teil dieser besonderen Beziehung. Hunde und Katzen brauchen nicht nur Futter, Auslauf und einen Rückzugsort, sondern auch

Sicherheit, Zuwendung und geistige Anregung. Auch die tierärztliche Betreuung und Vorsorge gehören dazu. Studien zeigen die hohe Verantwortung des Menschen für sein Tier. Die überwiegende Mehrheit der Halter räumt der Gesundheit ihres Haustieres einen hohen Stellenwert ein. Sie finden, dass die Gesundheit des Tieres mindestens ebenso wichtig ist wie die eigene. Mehr als 85 Prozent sagen, sie würden alle notwendigen Kosten für die tierärztliche Versorgung übernehmen - klare Zeichen dafür, dass Haustiere als vollwertige Familienmitglieder gesehen werden.

Ob beim Spaziergang durch verschneite Straßen, beim gemeinsamen Spiel oder beim ruhigen Abend vor dem Weihnachtsbaum: Die Beziehung zwischen Mensch und Tier ist ein Geschenk, das Gesundheit, Lebensfreude und Wohlbefinden auf beiden Seiten stärkt. Wer Zeit, Verständnis und Achtsamkeit gibt, wird mit einer tiefen Freundschaft belohnt - einer Verbindung, die nicht nur zu Weihnachten spürbar wird. (ots)

Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.

Hundetraining im Alltag

Hundetraining im Alltag: Kleine Routinen mit großer Wirkung

Mit dem Welpen monatelang in der Hundeschule üben? Das muss nicht unbedingt sein. Sicherlich ist es gerade dann, wenn man erstmals Hundehalter ist, eine sinnvolle Überlegung, die Grundkenntnisse in einer Hundeschule zu erlernen. Ebenso wichtig ist aber, das Erlernte gleich in den neuen Alltag mit Vierbeiner zu integrieren. Oft sind es die kleinen, regelmäßig wiederholten Übungen, die entscheidend dazu beitragen, dass ein Hund gelassen und aufmerksam bleibt.

Ob beim Spaziergang, im Haus oder beim Autofahren – jeder Moment im Zusammenleben mit einem Hund kann Teil des Trainings sein. „Erziehung funktioniert am besten, wenn sie selbstverständlich in den Alltag integriert wird“, erklärt Verena Helfrich, langjährige Hundetrainerin und Buchautorin. „Kurze, wiederkehrende Übungen fördern die Aufmerksamkeit des Hundes und können gleichzeitig die Bindung zum Halter stärken.“

Alltagssituationen bieten Lernchancen und Sicherheit Hunde lernen am besten in ihrem gewohnten Umfeld. Wer alltägliche Situationen nutzt, schafft Klarheit und hilft dem Vierbeiner, das Gelernte mit dem Alltag zu verknüpfen. Strukturierte Abläufe bieten dabei außerdem Sicherheit und Orientierung. Das Training erfordert aber auch Konsequenz: Das Gelernte verfestigt sich nur, wenn identische Übungen mit gleichbleibenden Inhalten wiederholt werden. Der Hund weiß bald, was in welcher Situation von ihm erwartet wird und wie wiederkehrende Kommandos gemeint sind.

Schon wenige Minuten auf Spaziergängen oder unterwegs reichen aus, um wichtige Grundfähigkeiten zu trainieren:

Sitz und Bleib: Im Alltag ist es in vielen Situationen hilfreich, wenn ein Hund ruhig an einer Stelle bleibt und sich hinsetzt oder -legt. Sei es beim Warten an einer Ampel, während eines Cafébesuchs oder als Mitfahrer in Auto oder Bahn. Grundlegende Signalwörter wie „Sitz“ oder „Bleib“ bringt man ihm am besten in Ruhe zu Hause oder in der Hundeschule bei – ebenso wie ein Signal, dass er sich wieder bewegen darf. In den tatsächlichen Alltagssituationen festigt sich das Verhalten dann und man sollte loben, wenn der vierbeinige Gefährte wie gewünscht sitzenbleibt und wartet, bis das Signal zum Weitergehen kommt.

Rückruf: Ein weiteres wichtiges Element, einen Hund zu kontrollieren, ist ein Rückrufsignal, auf das er sofort reagiert und angelaufen kommt. Das kann ein Signalwort sein, aber auch ein gleichbleibendes und eindeutiges Geräusch wie ein Pfiff mit Mund oder Hundepfeife. Zu Beginn brauchen viele Tiere ruhige und reizarme Orte, um sich auf das Geräusch zu konzentrieren. Durch positive Verstärkung wie Lob oder Leckerli verknüpft sich das Verhalten mit dem Signal. Aber auch dann, wenn der Vierbeiner die Übung scheinbar perfekt beherrscht, sollte sie regelmäßig wiederholt und er entsprechend belohnt werden – damit der Rückruf gerade auch in lauten Umgebungen funktioniert oder wenn der Hund gerade abgelenkt ist.

Leinenführigkeit: Leinenführigkeit bedeutet, dass ein Hund an lockerer Leine entspannt neben seinem Menschen läuft und sich an diesem orientiert, statt selbst in eine Richtung zu ziehen. Um das zu trainieren, bieten sich regelmäßige Übungseinheiten an, bei denen der Vierbeiner stets aufmerksam bleiben muss. Folgt er wie gewünscht, sollte er gelobt werden. Gewöhnung an Berührungen: Sowohl bei der Pflege zu Hause als auch für Besuche beim Tierarzt oder Hundefriseur ist es wichtig, dass das Heimtier daran gewöhnt ist, an empfindlichen Stellen wie Ohren oder Pfoten berührt zu werden. Durch regelmäßige Wiederholungen stellt sich eine Routine ein.

Gemeinsames Spiel: Spielen klingt zunächst einmal nicht nach Training. Tatsächlich lassen sich dabei aber viele Kommandos ganz natürlich üben und in den Alltag integrieren. Bei der sogenannten Nasenarbeit, wenn der Hund ein Objekt mit einem bestimmten Geruch erschnüffeln soll, wird er mental gefordert. Dazu eignen sich beispielsweise Teebeutel. Auch Apportieren bereitet vielen Hunden Spaß und lässt sich einfach in die Gassirunde einplanen.

Der Hund lernt also umso besser, je spielerischer und unbeschwerter das Training gestaltet ist. „Wichtig ist, regelmäßig zu üben, statt lange Einheiten anzusetzen. Fünf Minuten pro Tag sind oft wirkungsvoller als eine Stunde am Wochenende“, sagt Expertin Helfrich. „Das Schöne ist: Training im Alltag erfordert selten viel zusätzliche Zeit – man muss nur die Gelegenheiten erkennen und nutzen.“ IVH

Graue Schnauzen - großes Herz

Graue Schnauze, großes Herz: So bleibt Ihr Hund im Alter fit und glücklich

Viele Hunde begleiten uns ein ganzes Leben lang - vom tapsigen Welpen bis zum souveränen Senior teilen sie Alltag wie Abenteuer. Dank guter Ernährung, Pflege und moderner Tiermedizin werden Hunde heute älter als je zuvor. Mit den zusätzlichen Lebensjahren steigen jedoch die gesundheitlichen Herausforderungen. Das Problem: Viele Erkrankungen entwickeln sich schleichend und zeigen sich zunächst durch unspezifische Symptome. Wer seinen Hund aufmerksam beobachtet und regelmäßige tierärztliche Vorsorge nutzt, kann viel dazu beitragen, dass die Lebensfreude bis ins hohe Alter erhalten bleibt.

Ein "bisschen ruhiger werden" gilt oft als normal, kann aber ein Hinweis auf ernsthafte Erkrankungen sein. So deuten Müdigkeit, Husten oder Atemnot häufig auf Herzprobleme hin. Bei Routineuntersuchungen fallen Herzgeräusche oft als Erstes auf - moderne Diagnostik wie Röntgen oder Ultraschall bringt Klarheit. Auch Arthrose ist ein häufiges Altersleiden. Betroffene Hunde bewegen sich weniger, steigen ungern ins Auto oder verweigern Treppen. Eine passende Medikation, Physiotherapie oder gelenkschonende Bewegungskonzepte steigern die Lebensqualität erheblich.

Ein unterschätztes Thema ist die Zahngesundheit. Zahnstein, Entzündungen oder lockere Zähne sind nicht nur schmerzhaft, sie belasten den gesamten Körper. Regelmäßige Maulkontrollen und Zahnbehandlungen gehören deshalb fest zur Vorsorge.

Auch die Ernährung spielt eine Schlüsselrolle. Senior-Hundefutter ist speziell auf den Stoffwechsel älterer Hunde abgestimmt. Es enthält angepasste Mengen an Nährstoffen und Energie, unterstützt die Gelenkgesundheit, entlastet Herz und Nieren und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Gesundheit. Hunde können im Alter auch an einer Form von Demenz leiden.

Orientierungslosigkeit, nächtliche Unruhe oder veränderte Routinen sind ernst zu nehmende Signale. Ein tierärztliches Beratungsgespräch klärt, welche Maßnahmen den Alltag für Hund und Halter erleichtern.

Einmal pro Jahr einen Gesundheitscheck beim Tierarzt einplanen - das ist der Schlüssel, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Neben der Auskultation von Herz und Lunge, einem "Arthrose-Check" der Gelenke sowie einer Kontrolle von Maulhöhle und Zähnen können auch Blut- und Ultraschalluntersuchungen Teil der Vorsorge sein.

Fazit: Alt werden gehört zum Leben - auch beim Hund. Mit Aufmerksamkeit, rechtzeitiger Diagnose und tierärztlicher Unterstützung bleibt die graue Schnauze auch im Alter glücklich.

(Quelle: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.)

Wandern mit Hund

Wandern mit Hund

Wanderspaß für Mensch und Hund: Touren auf zwei Beinen und vier Pfoten – so funktioniert‘s

Die Natur in all ihrer Schönheit erleben, klare Luft einatmen und gemeinsam mit dem vierbeinigen Freund die Stille genießen – eine Wandertour ist für viele Hundehalter der Inbegriff einer gelungenen Auszeit. Doch nicht jeder Hund ist für solche Unternehmungen geeignet. Auch bei der Planung, etwa bei der Auswahl der Strecken und Unterkünfte, gibt es einiges zu beachten.

Ob Chihuahua oder Schäferhund – prinzipiell kann fast jeder gesunde Hund auf eine Wanderung gehen. „Hauptsächlich kommt es auf Faktoren wie Alter, Kondition und den Gesundheitszustand des Tieres an“, erklärt Nadine Regel, die als Sport- und Outdoorjournalistin regelmäßig auch in Wanderreportagen von Touren mit ihrem Hund berichtet. Im Juli erschien etwa ihr Buch „Mein Glück hat vier Pfoten“ über ihre Alpenüberquerung mit Hund. „Kurznasige Rassen wie Mops oder Bulldogge können aber zu Atemproblemen neigen und sind dann gerade bei warmem Wetter schnell überfordert. Auch ältere Tiere oder Hunde mit Gelenkproblemen sollten nicht mehr auf lange, anstrengende Etappen geschickt werden, sondern eher eine kurze Runde im entspannten Tempo drehen.“

Grundvoraussetzung fürs Wandern ist, dass der Hund Freude an Bewegung hat. Zudem sollte er längere Spaziergänge kennen. Wer aus dem Flachland kommt, sollte sich und den Hund bei Bergetappen langsam an die ungewohnten Steigungen gewöhnen.

Die Strecken hängen ganz vom Fitnesslevel von Mensch und Tier ab. „Wenn man eine mehrtägige Tour plant, sollte man mit eher moderaten Etappen von zehn bis 20 Kilometern pro Tag starten“, so die Expertin. „Eine Rolle spielen dabei natürlich auch Höhenmeter und der Untergrund. Schotterwege oder felsiges Gelände können ungewohnt für den Hund sein. Es gibt für solches Gelände auch spezielle Hundeschuhe, die die Pfoten schützen. Daran sollte der Hund aber schon im Vorfeld der Wanderung gewöhnt werden.“

Ideal ist eine Strecke über gut ausgeschilderte Wanderwege. „Glücklicherweise haben wir davon in Deutschland sehr viele“, sagt Regel. „Ob im Bayerischen Wald, im Harz, in der Sächsischen Schweiz oder im Allgäu: Hundefreundliche Strecken und abwechslungsreiche Natur finden wir überall.“ Hundehalter sollten sich aber vorab informieren, ob der gewählte Wanderweg in einem Nationalpark oder Naturschutzgebiet liegt. Hier gilt oft eine Leinenpflicht.

Die Leine empfiehlt die Expertin aber auch grundsätzlich für schwieriges Gelände: „Das macht es auch für den Hund sicherer. Außerdem sollte man seinen Hund an der kurzen Leine führen, wenn es zu Kontakt mit Kühen kommt, weil etwa eine Weide überquert werden muss. Dann hält man am besten viel Abstand und führt den Hund auf der kuhabgewandten Seite. Besser ist es aber immer, wenn man auf dem Weg bleiben kann und die Weide umgeht.“

Neben der Strecke will auch die Unterkunft sorgsam gewählt sein. Nicht alle Berghütten oder Pensionen heißen Hunde in ihren Räumen willkommen. Auf der Website oder per Anfrage lässt sich das vorab schnell klären. Am besten sucht man gezielt nach hundefreundlichen Unterkünften und passt auch die Packliste den Bedürfnissen des Vierbeiners an: „Es ist hilfreich, wenn man dem Hund für die Übernachtungen seine Decke einpackt“, rät Regel. „Das vermittelt ihm sofort Vertrauen: Hier ist sein Platz. Gerade wenn viele Menschen oder auch andere Hunde vor Ort sind, fällt es manchem Vierbeiner schwer, sich zu entspannen.“ Wenn die Strecke es erlaubt, bietet sich alternativ eine Übernachtung im Zelt an.

Neben der eigenen Ausrüstung ist ein kleines Hundepaket im Rucksack ratsam. Dazu zählen: Ausreichend Wasser und ein (faltbarer) Napf, Futter und Snacks, Erste-Hilfe-Set für Hunde, inklusive Zeckenzange, Prophylaxe gegen Parasiten, Maulkorb und Verbandsmaterial. Optional ist zu empfehlen: Hundebergeversicherung etwa beim Deutschen Alpenverein, falls der Hund geborgen werden muss, Pfotenpflege, etwa Vaseline und schützende Hundeschuhe (präventiv oder bei Verletzung), Hundemarke mit Telefonnummer oder Tasso-Plakette; optional GPS-Tracker, Lange und kurze Leine, Geschirr, optional eine Leine mit Ruckdämpfer zum Einhängen in den Gurt, Hundekotbeutel.

„Mittlerweile gibt es sogar kleine Hunderucksäcke, die ein bisschen aussehen wie Satteltaschen für ein Fahrrad“, erklärt die Buchautorin. „Wenn so ein Rucksack gut sitzt, der Hund daran gewöhnt und das Gewicht gleichmäßig verteilt ist, kann der Vierbeiner einen Teil seiner Ausrüstung selbst tragen.“

Wanderungen mit Hund fördern die Bindung und bieten schöne Naturerlebnisse. Das funktioniert aber nur, wenn man dabei Rücksicht auf andere Wanderer, Tiere und die Natur nimmt. Zentral für ein entspanntes Gelingen ist, dass man sich und den Hund gut vorbereitet und auch unterwegs die körperlichen Grenzen im Blick behält. IVH

Hund im Restaurant…

Mit Hund ins Restaurant und Café: Zutritt mit Regeln

Als bester Freund des Menschen nehmen Hunde immer stärker am Alltag ihrer Halter teil. Da ist es kaum verwunderlich, dass immer mehr Hundehalter ihren Vierbeiner auch mit ins Restaurant nehmen möchten und dass das immer häufiger auch zugelassen wird. Die Entscheidung dafür liegt nach aktueller Rechtsprechung größtenteils beim Betreiber.

Auch in den vergangenen Sommermonaten machten Halter und ihre Hunde nach einem Spaziergang gern noch einen kurzen Halt im Außenbereich eines Restaurants oder Cafés. Herbst und Winter laden im Gegensatz dazu doch eher in den Innenbereich ein. Aber: Werden Hunde draußen einfach toleriert oder sind sie im Restaurant ganz grundsätzlich erlaubt?

Der auf Tierrecht spezialisierte Anwalt Frank Richter sagt: „Generell sind die Zugangsrechte für Hunde in ein Restaurant nicht gesetzlich geregelt: Hier gilt reines Hausrecht des Restaurantbetreibers.“ Jeder Betreiber kann also selbst entscheiden, ob Hunde im Außen- und/oder Innenbereich erlaubt sind. Lediglich die Küche und Lagerräume sind tabu, da hier besondere Hygienevorschriften greifen. Zusätzliche Kriterien wie beispielsweise die Größe des Hundes oder ein Zugangsverbot bei viel Betrieb liegen ebenfalls im Hausrecht. Weitere denkbare Vorschriften wären etwa das Tragen eines Maulkorbs oder eine Leinenpflicht. Halter können dazu im Vorfeld einfach anrufen oder vor Ort nachfragen. „Im Grunde ist ein Betreiber vollkommen frei, hier zu bestimmen, was auch immer er will. Eine Ausnahme bilden aber Hundeverordnungen, die mancherorts für meist einzelne Rassen beispielsweise Maulkorb- oder Leinenzwänge vorschreiben. Darüber darf er sich nicht hinwegsetzen. Die andere große Ausnahme sind Begleithunde, vor allem für Sehbehinderte“, erklärt Richter.

Besondere Zugangsrechte für Personen mit Assistenz- oder Begleithund: „Ein Begleithund zählt nicht als Hund, er ist ‚Teil‘ der unterstützten Person, so wie eine Brille oder ein Spazierstock. Bei der Verweigerung des Zutritts mit einem Assistenzhund kann eine Benachteiligung gemäß § 7 Absatz 1 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vorliegen“, verweist der Anwalt auf das Gesetz. „Außerdem greift seit dem 1. Juli 2021 die neue Regelung des § 12e Behindertengleichstellungsgesetz (BGG). Danach sind alle Betreiber einer typischerweise für den allgemeinen Publikumsverkehr öffentlich zugänglichen Anlage oder Einrichtung verpflichtet, Menschen mit Behinderung, die auf einen Assistenzhund angewiesen sind, den Zutritt nicht wegen der Begleitung durch einen Hund zu verweigern.“

Eine Grundlage für den Restaurantbesuch sollte sein, dass der Hund still an seinem Platz liegen bleibt und andere Gäste nicht belästigt. Dabei kann es helfen, wenn er auf seiner vertrauten Decke liegt. Halter sollten das mit ihrem Tier üben. Wer seinen Vierbeiner mit einem Spaziergang auspowert und ihn bereits vor dem Restaurantbesuch füttert, umgeht damit ein mögliches Betteln.

Zudem gilt es zu berücksichtigen, dass das Restaurant nicht überfüllt ist und der Hund dadurch gestresst wird. Bei der Platzwahl sollten Halter außerdem darauf achten, dass der Tisch eher in einer Ecke steht und Gäste sowie Personal nicht Gefahr laufen, über den am Boden liegenden Hund zu stolpern oder ihm auf die Pfoten zu treten. Dann steht einem entspannten Restaurantbesuch mit der Fellnase nichts mehr im Weg. IVH